Ich habe ein Bauunternehmen in dritter Generation geführt – mit, je nach wirtschaftlicher Lage, 60 bis 100 Mitarbeitenden, durch Jahre wirtschaftlicher Unsicherheit. Diese Zeit hat mich geprägt, und besonders eine
Erkenntnis: Haltung und Bewusstsein der Führung sind die stärkste Kraft im Unternehmen.
Meine erste Aufstellung
Bis 2003 war mein Denken von naturwissenschaftlicher Schulbildung und einem
Ingenieurstudium geprägt, geerdet auf kausalen Wirkungsketten. Denken in Systemen war
mir fremd.
Dann stand ich während eines Seminars von Dr. Assländer meinem gesamten Unternehmen
gegenüber, das ich seit einigen Jahren in dritter Generation allein führte. Mein
Großvater, der es 1926 gegründet hatte, sowie mein Vater und mein Patenonkel standen
mir im Rücken – vertreten durch mir unbekannte Personen.
Ich befand mich inmitten dieser Aufstellung und war sprachlos. Die Kraft, die von den
„Vätern“ hinter mir ausging, spüre ich noch heute. Mein Unternehmen erschien mir
unerwartet standhaft, stabil und zuversichtlich. Dieses überraschende Bild wirkte auf
einer tiefen Ebene entlastend und weckte erstmals Freude über das Erbe.
Die Frage nach wahr oder falsch stellte sich mir dabei nicht. Es nützte mir, und das war mir genug. Bewusst änderte ich danach keinen Handgriff. Rückblickend aber war meine Haltung eine andere, mein Bewusstsein als Führender hatte sich verändert. Das schuf Klarheit, für mich und für meine Mitarbeitenden.